Portrait_sw-Zeichnung

Wahrheit ist die Wirklichkeit
als Welt im jeweiligen Kopf.

Konturen

Eigensinniger Bildungsweg

  • stud. Inform., stud. Psych., Personal- & Organisationsentwickler (PDI), Philosoph o.a.G.
  • Gasthörer am Campus Landau der Universität Koblenz-Landau → Bildungs-Gang

Intrinsische Motivation zur beratenden Tätigkeit in philosophischer Praxis

Ich verstehe mein Denkvermögen als Kapital. Nachdem ich dies lange Zeit in der Technik eingesetzt habe, entstand mehr und mehr Unzufriedenheit. Denken singularisierte sich zu einem Akt des Abrufens bestehenden Wissens und mir fehlte der Prozess, die Welt zu betrachten und begreifbar zu machen. Beratung in philosophischer Praxis eröffnet mir die Horizonte „fremder Welten”. In meiner Praxis verstehe ich mich eher als Vermittler zwischen diesen Weltansichten. Was mir, und das ist der „immaterielle Lohn”, manch´ Einsicht beschert womit wiederum mein Kapital sich erhöht, das ich freilich wieder investiere: „Vermögenswirksame Leistung”, für mich wie für Ratsuchende. Und für diese Denkarbeit und das Mitteilen der Ergebnisse lasse ich mich kapitalisieren (= bezahlen).

Individuelle Züge

  • Vom Wesen her: existenzial bis existenziell (Sein und Vollzug im Sein)
  • Vom Denken her: essentiell bis prudentiell (gründlich und umsichtig)
  • Vom Affekt her: enthusiastisch bis zweckpessimistisch (lebendig und prüfend)
  • Vom Politischen her: Liberal, da manchmal auch radikal, doch meistens gemäßigt und eher „links“

Kommunikative Grundhaltungen

  • Offen, skeptisch (i.S.d. grch. σκεπτικός, skeptikós (zum Betrachten, Bedenken gehörig, geneigt)); generalistisch
  • Realidealistischer Idealrealist; idealrealistischer Realidealist; eloquenter Sinnkonstrukteur; Humanist
  • Natürlich. Authentisch. Seriös.

Schattenseite

Immer gegenüber der Lichtquelle, aber nur, wenn ich mein Licht unter den Scheffel stelle

Was mich bewegt

Allgemeine Themen

  • Sein als solches & Sinn von Seiendem
  • Ethik und Moral außerhalb verhandelter oder gesetzter Systeme
  • Gott und Göttlichkeit
  • Verantwortung und Sorge
  • Tod und Vergänglichkeit
  • Freiheit

Themen, die immer nützlich sind, wenn man -gerade in Unternehmen- über sie spricht

  • Der Mensch in der Organisation, die Organisation im Menschen
  • Kapitalismus, Sozialismus und Humanität
  • Angenehme Unternehmenskultur und Gewinnabsicht: ein Widerspruch?

Themen, zu denen ich mich gerne äußere

  • Sein & Bewusstsein
  • Achtung & Würde
  • Sinn & Bedeutung

Geschätzte Denker und Denkstile

Schopenhauer, Wittgenstein, Heidegger, Merleau-Ponty, Tugendhat, Zen, …

Wurzel und Anstoß zum philosophischen Denken, also zur Skepsis

Bipolarer Absolutismus: Bivalenzprinzip; „tertium non datur”

Was andere an und zu mir vielleicht bemerken könnten

Hermann Hesse liebt als einzige Tugend den Eigensinn
Für Hermann Hesse gibt es nur eine einzige Tugend, die er sehr liebt. Sie heißt Eigensinn. Von den anderen Tugenden hält er nicht viel. Hermann Hesse nennt den Grund dafür: „Und doch könnte man alle die vielen Tugenden, die der Mensch sich erfunden hat, mit einem einzigen Namen umfassen. Tugend ist: Gehorsam.” Es stellt sich nur die Frage, wem der Mensch gehorchen soll. Denn selbst der Eigensinn ist für Hermann Hesse nichts anderes als Gehorsamkeit. Der Eigensinn gehorcht allerdings einem anderen Gesetz, einem einzigen, unbedingt heiligen, dem Gesetz in sich selbst, dem Gesetz des Eigenen, während alle anderen Tugenden Gehorsam gegenüber Gesetzen sind, die von anderen Menschen erlassen wurden.
Der Eigensinn hat viele Namen
Hermann Hesse findet es bedauerlich, dass der Eigensinn unter den Menschen so wenig beliebt ist. Die meisten Leute halten ihn sogar für ein Laster oder eine bedauerliche Unart. Man nennt ihn bloß bei seinem vollen Namen, wenn er stört und Hass erregt. Wo der Eigensinn als Tugend oder hübsche Zier betrachtet wird, schwächt man seinen rauen Namen nach Möglichkeit ab und nennt ihn Charakter oder Persönlichkeit. Das klingt wesentlich freundlicher als Eigensinn. Als anderes Synonym für den Eigensinn hat sich die Originalität eingebürgert. Sie kommt zum Einsatz bei Künstlern, Sonderlingen und anderen Käuzen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Beim Künstler gilt ein gewisser Eigensinn sogar als löblich und wünschenswert. Wenn der Eigensinn als Charakter bezeichnet wird, hat des für Hermann Hesse etwas Verzwicktes. Er erklärt den Grund: „Charakter nennt man einen Mann, der einige eigene Ahnungen und Ansichten hat, aber nicht nach ihnen lebt. Er lässt nur ganz fein je und je durchblicken, dass er anders denkt, dass er Meinungen hat.”
Die Definition des Eigensinns
Hermann Hesse definiert den Eigensinn als das, was einen eigenen Sinn hat. Einen eigenen Sinn hat seiner Meinung nach jedes Ding auf Erden, sei es ein Stein, eine Blume, ein Strauch, ein Grashalm oder ein Tier. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen. Hermann Hesse schreibt: „Einzig der Mensch und das von ihm gezähmte Haustier sind dazu verurteilt, nicht der Stimme des Lebens und Wachstums zu folgen, sondern irgendwelchen Gesetzen, die von Menschen aufgestellt sind und die immer von Zeit zu Zeit wieder von Menschen gebrochen oder geändert werden.” Und nun kommt Hermann Hesse im Zusammenhang mit dem Eigensinn auf das Sonderbarste zu sprechen. Er stellt fest, dass jene wenigen, die den willkürlichen Gesetzen nicht gehorchten, um ihren eigenen, natürlichen Gesetzen zu folgen, meistens verurteilt und gesteinigt worden sind. In späteren Zeiten wurden aber sie, gerade sie, für immer als Helden und Befreier verehrt. Von Hans Klumbies, www.wissen57.de

Hermann Hesse

Findet Eure Meinung oder Haltung nicht aus Hörensagen noch aus Überlieferungen, nicht aus Tagesmeinungen noch aus der Autorität heiliger Schriften, nicht aus bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht aus erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht aus dem Eindruck persönlicher Vorzüge noch aus der Autorität eines Meisters. Wenn Ihr eine Meinung oder Haltung erkennt die heilsam ist, untadelig, von Verständigen gepriesen werden kann und, wenn Dinge in Ihrem Sinne ausgeführt und unternommen werden, zu Segen und Wohl führt, dann macht Euch diese Haltung oder Meinung zu eigen. Nach dem Kalama-Sutra, Siddharta Gautama; Zum Beispiel hier zu finden

Siddharta Gautama

Dabei aber hat doch nur Das wahren Werth, was Einer zunächst bloß für sich selbst gedacht hat. Man kann nämlich die Denker eintheilen in solche, die zunächst für sich, und solche, die sogleich für Andere denken. Jene sind die ächten, sind die Selbstdenker, im zwiefachen Sinne des Worts: sie sind die eigentlichen Philosophen. Denn ihnen allein ist es Ernst mit der Sache. Auch besteht der Genuß und das Glück ihres Daseyns eben im Denken. Die andern sind die Sophisten: sie wollen scheinen, und suchen ihr Glück in Dem, was sie dadurch von Andern zu erlangen hoffen: hierin liegt ihr Ernst. Welcher von beiden Klassen Einer angehöre, läßt sich bald merken, an seiner ganzen Art und Weise. Lichtenberg ist ein Muster der ersten Art: Herder gehört schon der zweiten an. Arthur Schopenhauer, „Selbstdenken” (Kapitel XXII von Parerga und Paralipomena II), §270; Text folgt wort- und zeichengetreu der autorisierten Ausgabe letzter Hand: Erstausgabe Berlin, A. W. Hayn 1851; Zur Quelle

Arthur Schopenhauer

Des Weiteren:

Externe Textbeiträge

Homann, V. (2015) Reaching maturity (ed./trans.: Christophe Brunner/Jean-Luc Busmey) In: Birankai Europe Newsletter MUSUBI, Issue 10 (zuletzt aufgerufen: 10.2.2017, 11:30), S. 4
ZEIT-Leserbriefe (zuletzt aufgerufen: 26.3.2018, 12:50)

Bildungs-Gang

 
… als Gasthörer der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Titel Art Dozent/in Semester
Einführung in die Phänomenologie Seminar Dr. Annika Hand 2015/16
G.W.F. Hegel:
Phänomenologie des Geistes (I)
Seminar Prof. Dr. Christian Bermes 2016
Sprache und Erkenntnis Vorlesung Prof. Dr. Christian Bermes
Einführung in die
philosophische Anthropologie
Vorlesung Prof. Dr. Ralf Becker 2016/17
Karl Jaspers:
Von der Wahrheit (Auszüge)
Seminar Dr. Annika Hand 2017
Anthropologie Vorlesung Prof. Dr. Christian Bermes
Geschichte der Ethik in Begriffen Vorlesung Prof. Dr. Ralf Becker
‚Herausforderung Leben‘ Forschungs-
kolloqium
Prof. Dr. Christian Bermes
Prof. Dr. Ralf Becker
Montaigne:
Essais (Auszüge)
Seminar Dr. Annika Hand 2017/18
Platon: Timaios Seminar Prof. Dr. Ralf Becker
‚Herausforderung Leben‘ Forschungs-
kolloqium
Prof. Dr. Christian Bermes
Prof. Dr. Ralf Becker
‚Herausforderung Leben‘ Forschungs-
kolloqium
Prof. Dr. Ralf Becker 2018
Wittgenstein Vorlesung Prof. Dr. Christian Bermes 2018/19
Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie Seminar Dr. Annika Hand
‚Herausforderung Leben‘ Forschungs-
kolloqium
Prof. Dr. Christian Bermes
Prof. Dr. Ralf Becker
‚Herausforderung Leben‘ Forschungs-
kolloqium
Prof. Dr. Christian Bermes
Prof. Dr. Ralf Becker
2019

Übrigens…

  • Man kann keinen Rat geben, man kann behilflich sein den Rat zu finden, der zwischen den Beratenden geborgen ist.
  • Man soll eine Meinung zu den Dingen haben, ja. In der Beratungssituation dient diese Meinung als Referenz, nicht als Dogma oder Ratschlag.
  • Fang’ jetzt an, zu Ende sein zu können. Und höre nie auf, anzufangen.