Denkzettel 171

Verstanden werden zu können, eine Pflicht, des Sozialen, der Dividenden wegen; ohne dies das Individuum, das In-Dividende, schwerlich ein Auskommen gestalten kann, hienieden. Daneben – und die Kunst ist: nicht dagegen – die Kür: es ertragen können, nicht verstanden werden zu können. Nun eben nicht aus eigenem oder dem Unvermögen der Anderen (oder des Anderen, im Falle der Realität, der „Natur“). Sondern wegen des Prinzips der Einzigartigkeit, dieses das Universum durchwaltend und es so zum polymorphen, letztlich unbestimmbaren Ganzen wandelnd. Daraus, aus dieser Unvergleichbarkeit einer/s Jeden, je einen ureigensten Gewinn schmieden zu können, so eine Dividende gestalten zu vermögen, ist die Kunst des gut geführten Lebens.

(In dieser Schmiede geht das Feuer nie aus; Magie der Utopie.)

Denkzettel 119

Wahre, wirkliche Individuen gelangen ob früher oder später an den Punkt, an und mit dem sie ihre Unvollkommenheit zu spüren bekommen. Dann werden sie nicht aus gesetzten moralischen Gründen, sondern aus Notwendigkeit sozial, in welcher Form auch immer. Diese Formen können kapitalistisch, sozialistisch, liberal, kommunistisch, national, diktatorisch, demokratisch,… sein, auf Zweisamkeit und Mehrsamkeit, auf Gemeinsinn oder Gemeinschaft basierend sein oder in welchen Formen sonst noch sich artikulieren, formatieren, in denen selbstbestimmte Fremdbestimmtheit gelebt werden kann.

Fremdbestimmte Selbstbestimmtheit ist ein Gegenteil von Individuum: das Dividuum.
(Menschen sind von Geburt an Individuen.)