Denkzettel 228

Selbst wenn sich ein Uni­ver­sum oh­ne Men­schen vor­ge­stellt wer­den kann, ist da min­des­tens ein Mensch, der sich ein Uni­ver­sum oh­ne Men­schen vor­stel­len kann. Was ge­schieht mit die­sem Uni­ver­sum, die­sem: Gan­zen, wenn auch die­ser Mensch dar­aus ver­schwin­det? Was kann – muss! – dann noch über die­ses Gan­ze ge­sagt wer­den? Exis­tiert (Verb!) es dann über­haupt — wenn das letz­te emp­fin­dungs­fä­hi­ge We­sen aus ihm ent­wi­chen ist? Oder bleibt dann nichts als ein amor­phes, an­an­thro­po­sa­les ‚En­er­ge­ti­sches‘, ei­ne Po­ten­tia­li­tät, rei­ne Form oh­ne jeg­li­che Ge­stalt, die ja durch­aus „Sein“ (No­men!) ge­nannt wer­den könn­te? (Und eben nicht „Nichts“. In­des nun: Leer — oh­ne Ge­stalt, al­so oh­ne Bedeutung.)

(Es könn­te durch­aus auch ge­fragt wer­den: Wo­zu phy­si­ka­li­sche Mas­se­ge­set­ze, wenn kei­ne Mas­se da ist? Das ist, eben: absurd.)

Denkzettel 180

Die Fra­ge nach dem Sinn des Gan­zen ist ei­gent­lich ei­ne völ­lig über­flüs­si­ge: Als Gan­zes hat die­ses kei­nen Sinn, kei­nen Zweck, kei­nen Nut­zen für et­was als nur für sich selbst. (Wor­an sich die Fra­ge nach ei­nem Sinn von Sinn an­schlie­ßen lässt.) Denn es kann au­ßer­halb des Gan­zen nichts ge­ben, für das es von Nut­zen sein könn­te, ei­nen Zweck er­fül­len könn­te, Sinn ge­ben oder ma­chen könn­te — oder all das eben auch nicht; sonst ist es nicht das Gan­ze, son­dern ein Teil von et­was Grö­ße­rem, Umfassenderem.
(So ist das ei­ne Gan­ze eben im­mer wahr; oder falsch — doch dar­in dann wie­der wahr, al­so rich­tig falsch. Ei­ne Tau­to­lo­gie, oh­ne jeg­li­chen lo­gi­schen Ge­halt — wird es lo­gisch angesehen.)