Denkzettel 180

Die Frage nach dem Sinn des Ganzen ist eigentlich eine völlig überflüssige: Als Ganzes hat dieses keinen Sinn, keinen Zweck, keinen Nutzen für etwas als nur für sich selbst. (Woran sich die Frage nach einem Sinn von Sinn anschließen lässt.) Denn es kann außerhalb des Ganzen nichts geben, für das es von Nutzen sein könnte, einen Zweck erfüllen könnte, Sinn geben oder machen könnte — oder all das eben auch nicht; sonst ist es nicht das Ganze, sondern ein Teil von etwas Größerem, Umfassenderem.
(So ist das eine Ganze eben immer wahr; oder falsch — doch darin dann wieder wahr,  … Weiterlesen➜

Denkzettel 168

„Naturrecht“ ist genau der selbe formulatorische Unfug wie „Naturgesetz“. Recht und Gesetz ist Zivilisation, der Firnis (vielleicht auch: die Finesse) unserer Kultur. Die sich in und aus unserer Natur, unserem Wesen, unserer Art und Weise, unserem Sehnen nach Regelmäßigkeit, nach: Rhythmus, evolutioniert hat. Das in dem, was wir mit „Natur“ bezeichnen und in das wir gesetzt sind, gründet.

Das auf und aus einer Ursache eine Wirkung folgt, die wir regelmäßig beobachten können, ist kein Gesetz und somit lässt sich daraus kein Recht ableiten. Es ist eine Weise, wie wir naturgegeben Welt vernehmen, koordiniert nach Raum und Zeit.

Denkzettel 160

Ist für René Descartes, mithin: die Wissenschaft, Gott ein rechnender, für die Christen ein liebender, ist es für Andere ein „im Begriff sein“.

Und Philosophie ist dann nichts Mathematisches oder Religiöses; dann ist es etwas Existenzielles.

(Und als solches dann etwas, das weder das Mathematische noch das Religiöse ausschließt.)

Denkzettel 158

Dieses „nicht“ ist eine Funktion des kalkulatorischen Geistes, des Rechnens, und nicht des Denkens, des sensorischen Geistes: wir können nicht nichts empfinden, wir können nicht nichts denken — doch wir können nicht berechnen, was wir unter diesen oder jenen Umständen empfinden oder denken. (Zumindest ist das eine Zuversicht.)

(Der Mensch hat keinen Sinn für nicht-Seiendes. Er kann nur damit rechnen und es: nicht denken, nicht empfinden.)

Denkzettel 150

Der Begriff der „Weltanschauung“ ist im Grunde ja etwas unglücklich: Wir schauen ja die Welt nicht an, als läge sie vor uns wie ein Stück Seife. Wir sind ja als Teil derer selbst in dieser Welt, so gesehen ist es eine Weltinschauung — und, beiläufig, jede dieser Perspektiven – und eigentlich gibt es so viele wie es Wesen gibt, die einer solchen Sicht fähig sind – ihren blinden Fleck hat.