Denkzettel 102

Wenn Ungerechtigkeit festgestellt wird, wird irgendetwas irgendeinem Maß nicht gerecht.
Z.B. das eigene Leben oder jenes Anderer den eigenen oder fremden Erwartungen nicht.
Und Erwartungen werden mit Regeln begründet; „in der Regel“, „regelmäßig“, „regelkonform“, wie man so sagt.
(Oder auch: „So soll es sein!“ — Auch nichts anderes als eine Regel.)
(So gesehen sind Enttäuschungen zu den Ungerechtigkeiten dieser Welt zu zählen.)

Es kann auch gesagt werden: Irgendetwas richtet sich nicht nach einer Regel oder den Regeln aus. Dann ist es nicht richtig (ausgerichtet).

(Und Regelmäßigkeit, Regelrichtigkeit, Regelkonformität können wir am Himmel beobachten; Tag für Tag, Nacht für Nacht.)

Doch  … Weiterlesen➜

Und die Moral von der Geschicht’ …

Nietzsches »Jenseits von Gut und Böse«, nur anders

Das „Jenseits von“ dieser Betrachtung ist das Jenseits von Mythos und Logos und will nun überhaupt keine Theologie als Grammatik verstehen (Wittgenstein/Luther) oder andere Tricks einsetzen, um über etwas zu reden, wovon notwendigerweise nur geschwiegen werden kann. Dies Jenseits ist gefasst in Sprachlosigkeit, über die gesprochen werden soll, auch wenn sie eben nicht direkt ausgesprochen werden kann. Denn in dieser Sprachlosigkeit verschwindet der Mensch ja nicht. Er bleibt ja da — nun eben als Natur-, nicht als Kulturwesen. Seine Lebenswelt mag da seine Grenze finden, seine natürliche Weltlich- und Wirklichkeit  … Weiterlesen➜

Denkzettel 100

Die Welt erfassen und nicht begreifen;
Einsichten haben statt sich Erkenntnisse verschaffen;
sich mit der Welt vernünftig befassen und sie nicht mit dem Verstand ergreifen wie einen flüchtigen Verbrecher, dingfest machend;
Lebenswelt verstehen statt naturlos Kultur zu erklären;
Weisheit üben statt Wissen anhäufen, wofür die Wissen schaffenden Disziplinen zuständig sind:
Indie-Philosophie.

Denkzettel 98

[Ein authentischer Gedanke wurde geäußert.]

„Das ist nun nichts Neues, das sagte schon xyz in abc, Seite n! (Das sollten Sie aber wissen!)“

Darum geht es doch beim »sapere aude!« gar nicht! Es geht vielmehr darum, festzustellen (oder auch: feststellen zu lassen), einem Kant, Nietzsche, Wittgenstein,… nach gedacht zu haben (verständig vielleicht, doch unwissentlich) — statt einem Solchem (unverständig vielleicht, doch wissentlich) nachgeplappert zu haben.

(Das macht noch Niemanden zum Philosophen (w/d/m), indes doch einen denkenden Menschen aus. Was will man mehr?)

Kampfgeist

Ausgeglichenheit als lebhafte Ruhestifterin

Wer kennt sie nicht, die Kampfkunst Aikido (jap.: 合気道)? Wohl eher: viele. Andere Dinge mit „-do“ am Ende (nein, es ist kein Englisch und steht nicht für „tun“ … obgleich…) sind da geläufiger: Judo, zum Beispiel. Allerdings wird es sich im Großen und Ganzen damit auch schon erschöpft haben.

Das „-do“ stammt hier aus dem Japanischen und bedeutet „Weg“. Freilich ist nicht die Autobahn A5 gemeint, sondern „Weg“ meint hier eine Metapher. „道“, „DO“ in der sog. KUN-Lesung, so gibt das Kanji-Lexikon1↓https://mpi-lingweb.shh.mpg.de/kanji/ — die im Japanischen verwendeten Schriftzeichen chinesischen Ursprungs werden Kanji  … Weiterlesen➜

Denkzettel 90

Es gab und gibt Denker/innen (Nietzsche und Wittgenstein seien einmal dazu gezählt), die die Dinge auf den Punkt bringen wollen, den Nagel auf den Kopf treffen wollen, trefflichst noch dazu.
Statt in den Mühlen des Diskurses so feines Mehl zu mahlen, dass damit kein Brot mehr gebacken werden kann.
Doch, freilich, das Spiel des Staubes im Sonnenlicht ist schon schön anzuschau’n und mag den Einen oder die Andere auf die eine oder andere Idee bringen.
(Und, ja: Mehlstaub ist eine hochexplosive Angelegenheit.)
(Und, ja: Es gibt auch überaus schlechte Bäcker/innen.)