Denkzettel 115

Mit der KI – und nicht nur damit – versuchen wir menschliche Maschinensklaven zu züchten — auf dass endlich alle Menschen Herren werden (könn(t)en).

Doch: Weshalb so menschlich? Lasst uns doch einfach nur Maschinen bauen, die für uns bloß nützliche Mittel sind. Um am besten solche, die wir nicht auch noch bedienen müssen, um für unsere Zwecke dienlich zu sein.

Wir wollen doch letztlich frei sein, Zeit für uns, unsere Liebsten und unsere Leidenschaften haben — und also keine bediensteten Gebieter über herrschaftliche Sklaven sein.

Außer freilich, dies ist eine Leidenschaft…

Denkzettel 114

Diese, unsere, Welt besteht nicht aus ‚dem Menschen‘, sondern aus den Menschen. Nicht aus einer Form, sondern aus Inhalten. Nicht daraus, wie es immer sein soll, sondern wie es ist, von Moment zu Moment.

Sie besteht aus Wirklichkeit, nicht aus Wahrheit — diese ist eine Idee von uns, mittels der wir uns in unserer Wirklichkeit orientieren können. Die uns einen Plan vermittelt.

Die intelligible Wirklichkeit, unsere kultürliche Welt, ist aus den Wahrheiten der Menschen über die natürliche Welt zusammengesetzt.

So also: Konstruiert, nur ohne Überplan. Denn ‚den Menschen‘ gibt es nicht. Es gibt ‚Leitideen‘ zu ihm — und  … Weiterlesen➜

Denkzettel 106

Der Übermensch: der, der man sein soll, zu dem man veranlagt, begabt, irgendwie auch: verurteilt ist. Diesen Übermenschen in sich zu erkennen, ist eine ungeheure, nicht nur intellektuelle Anstrengung. Ein Akt intensivsten Denkens, mit allen Sinnen, um nicht einer gefälligen Illusion aufzusitzen. Also in allerschärfster Redlichkeit, Moral, nach ihm zu trachten, Mut zu ihm zu haben; nach bestem Wissen und Gewissen, nicht nach Erwartungen Anderer. Und also keinem Ideal hinterherzulaufen wie ein Schaf in der Herde dem Schäfer, bewacht von dessen Hund, sondern die ‚Wahrheit‘ über sich, das ‚wahre‘ Ich, sich selbst in Erfahrung bringen: Seine Wirklichkeit begreifen. … Weiterlesen➜

Denkzettel 104

Juristisch (Art. 1 GG BRD) Moralisch
»(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.« „Die Würde des Menschen ist antastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
Weshalb sollte etwas geschützt werden müssen, das unantastbar ist? Ist es durch die Unantastbarkeit selbst nicht schon geschützt? Denn unverletzbar ist sie keineswegs.

Nie.
»(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.« „Die Bürger als Bürgen des Staates bekennen sich damit zur
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Und die Moral von der Geschicht’ …

Nietzsches »Jenseits von Gut und Böse«, nur anders

Das „Jenseits von“ dieser Betrachtung ist das Jenseits von Mythos und Logos und will nun überhaupt keine Theologie als Grammatik verstehen (Wittgenstein/Luther) oder andere Tricks einsetzen, um über etwas zu reden, wovon notwendigerweise nur geschwiegen werden kann. Dies Jenseits ist gefasst in Sprachlosigkeit, über die gesprochen werden soll, auch wenn sie eben nicht direkt ausgesprochen werden kann. Denn in dieser Sprachlosigkeit verschwindet der Mensch ja nicht. Er bleibt ja da — nun eben als Natur-, nicht als Kulturwesen. Seine Lebenswelt mag da seine Grenze finden, seine natürliche Weltlich- und Wirklichkeit  … Weiterlesen➜

Kampfgeist

Ausgeglichenheit als lebhafte Ruhestifterin

Wer kennt sie nicht, die Kampfkunst Aikido (jap.: 合気道)? Wohl eher: viele. Andere Dinge mit „-do“ am Ende (nein, es ist kein Englisch und steht nicht für „tun“ … obgleich…) sind da geläufiger: Judo, zum Beispiel. Allerdings wird es sich im Großen und Ganzen damit auch schon erschöpft haben.

Das „-do“ stammt hier aus dem Japanischen und bedeutet „Weg“. Freilich ist nicht die Autobahn A5 gemeint, sondern „Weg“ meint hier eine Metapher. „道“, „DO“ in der sog. KUN-Lesung, so gibt das Kanji-Lexikon1ꜜhttps://mpi-lingweb.shh.mpg.de/kanji/ — die im Japanischen verwendeten Schriftzeichen chinesischen Ursprungs werden Kanji  … Weiterlesen➜