Denkzettel 297

Mo­ral ver­hält sich zu Ethik wie Schön­heit zur Äs­the­tik: Ers­te­res ist em­pi­risch, letz­te­res epis­te­misch. Letz­lich ist Let­ze­res der Ver­such, Ers­te­res in ei­ne Be­re­chen­bar­keit zu brin­gen, wenn nicht gar zu zwin­gen; al­so der Ver­such, mit dem Ver­stand zu ver­ste­hen, zu ver­mes­sen, was mit der Ver­nunft ver­nom­men wird.

Doch die Ver­nunft lässt sich letzt­lich wohl nicht ver­mes­sen wie der Ver­stand; der Ver­such ist vermessen.
(Es wird wohl im­mer ein quan­ti­ta­tiv un­be­stimm­ba­rer Rest des Mo­ra­li­schen und Schö­nen blei­ben, der sich dem Ver­stand ent­zieht und des­halb nicht un­ver­nünf­tig ist.)

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