Denkzettel

… sind Aufzeichnungen gedanklicher Augenblicke, Impressionen. In eine kurze Sentenz wie ein Aphorismus gesetzt oder allein durch ein Bild zum Ausdruck gebracht. Es sind keine Leistungen, also nichts aus irgendwelchen Regeln Resultierendes, Geschlossenes oder Gefolgertes — es sind sich ergeben habende verwortete Gedanken.

Auch Zitate sind hier zu finden.

Denkzettel 180

Die Frage nach dem Sinn des Ganzen ist eigentlich eine völlig überflüssige: Als Ganzes hat dieses keinen Sinn, keinen Zweck, keinen Nutzen für etwas als nur für sich selbst. (Woran sich die Frage nach einem Sinn von Sinn anschließen lässt.) Denn es kann außerhalb des Ganzen nichts geben, für das es von Nutzen sein könnte, einen Zweck erfüllen könnte, Sinn geben oder machen könnte — oder all das eben auch nicht; sonst ist es nicht das Ganze, sondern ein Teil von etwas Größerem, Umfassenderem.
(So ist das eine Ganze eben immer wahr; oder falsch — doch darin dann wieder wahr,  … Weiterlesen➜

Denkzettel 173

Was passiert, eigentlich, wenn wir die Bedingung(en) der Möglichkeit von Erkenntnis erkannt haben? Oder, vielleicht habe ich ja da etwas nicht mitbekommen, befinde mich also dahingehend im Modus der Unwissenheit: Was passierte, eigentlich, als die Bedingung(en) der Möglichkeit von Erkenntnis erkannt war(en)?

(Im Hintergrund schwingt die Frage, ob diese Bedingung(en) überhaupt erkannt werden können? Und weiter, sollte dieses Erkennen unmöglich sein: Wie sehr hat unser Streben, unser Wollen, nach genau diesem Erkennen der Bedingung(en) der Möglichkeit von Erkenntnis unser Seinsverständnis geprägt — und womöglich einem nicht-erkennenden Akt, z. B. Erfahrung, der Bedingung(en) der Möglichkeit von Erkenntnis verunmöglicht?)

Denkzettel 171

Verstanden werden zu können, eine Pflicht, des Sozialen, der Dividenden wegen; ohne dies das Individuum, das In-Dividende, schwerlich ein Auskommen gestalten kann, hienieden. Daneben – und die Kunst ist: nicht dagegen – die Kür: es ertragen können, nicht verstanden werden zu können. Nun eben nicht aus eigenem oder dem Unvermögen der Anderen (oder des Anderen, im Falle der Realität, der „Natur“). Sondern wegen des Prinzips der Einzigartigkeit, dieses das Universum durchwaltend und es so zum polymorphen, letztlich unbestimmbaren Ganzen wandelnd. Daraus, aus dieser Unvergleichbarkeit einer/s Jeden, je einen ureigensten Gewinn schmieden zu können, so eine Dividende gestalten zu vermögen,  … Weiterlesen➜